Einzel-Betreutes Wohnen

Perspektive bietet seit 2009 (in Bremen), seit 2011 (in Bremerhaven) und seit 2013 (Landkreis Cuxhaven) auch "Einzel-Betreutes Wohnen" für psychisch erkrankte Menschen an. Dieses Angebot ist insbesondere gedacht für ehemalige SoziotherapiepatientInnen von Perspektive, die nach Auslaufen der Soziotherapie weiterhin einen Bedarf an ambulanter Unterstützung haben und bei denen eine Weiterbetreuung im Rahmen des Betreuten Wohnens durch die bisherige Bezugsperson (also den/die ehem. SoziotherapeutIn) sinnvoll erscheint. Hierdurch wird die Wahrung von Beziehungskontinuität trotz Übergangs in eine veränderte Betreuungsmaßnahme möglich.

Im Folgenden erläutern wir Ihnen unser Angebot Betreutes Wohnen etwas näher:

 

1. Rechtsgrundlage

Betreutes Wohnen ist ein ambulantes Angebot der Eingliederungshilfe gem. § 54 Abs. 1  SGB XII in Verb. m.  § 55 Abs. 2 SGB IX für den Personenkreis erwachsener psychisch kranker Menschen nach § 53 SGB XII und nach § 3 der Verordnung zu § 60 SGB XII.

 

2. Ziele

Ziele des Betreuten Wohnens können z. B. sein:

  • die Förderung sozialer Teilhabe,
  • die Förderung einer sinnvollen Beschäftigung/Arbeit bzw. Tagesstruktur,
  • sinnvolle Strategien im Umgang mit der eigenen psychischen Erkrankung zu finden
  • ein selbständiges Wohnen/Leben abzusichern bzw. zu erreichen
  • materielle Existenzsicherung (Schuldenregulierung, notwendige Leistungen beantragen etc.)
  • angemessene medizinische und therapeutische Behandlung
  • psychische Stabilisierung und Vermeidung stationärer Behandlung

 

3. Personenkreis

Im Rahmen des Betreuten Wohnens können psychisch erkrankte Menschen betreut werden, die z. B. von einer der folgenden Diagnosen (-bereiche) betroffen sind:

  • (körperlich nicht begründbare) Psychosen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Neurosen

 

4. Leistungsspektrum

Das Leistungsspektrum des Betreuten Wohnens bezieht sich auf folgende Leistungsbereiche:

Direkte personenbezogene Leistungen. Hierzu zählen z. B.

  • Unterstützung in den Bereichen Selbstversorgung/Wohnen/Gesundheit
  • Unterstützung in den Bereichen Tagesgestaltung/Kontakte
  • Hilfe zur selbständigen Inanspruchnahme sozialer und medizinischer Hilfen
  • Unterstützung in den Bereichen Beschäftigung/Arbeit/Ausbildung
  • Koordination und Betreuungsplanung
  • Regelmäßige Gespräche (Planung, Reflektion, emotionale Entlastung etc.)
  • Begleitung (z. B. zu ÄrztInnen, Behörden, Soziale Projekte etc.)
  • Praktische Hilfe (z. B. Strukturierungshilfen im Wohnbereich etc.)

Indirekte personenbezogene Leistungen

  • Kooperation mit RechtsbetreuerInnen, Angehörigen, Personen im Wohnumfeld, ÄrztInnen, Kliniken, Behörden, TherapeutInnen etc., sofern der/die KlientIn dies möchte,
  • Erstellung von Verlaufs-/Entwicklungsberichten
  • Beteiligung an der Begutachtung und Hilfeplanung
  • Teilnahme an Fallkonferenzen

Sonstige Leistungen, diese sind z. B.

  • Organisation und Leitung des Dienstes, Fall-, Teambesprechungen, Arbeitskreise etc.
  • Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Fortbildung und Supervision
  • Qualitätssichernde Maßnahmen/Dokumentation
  • Fahrten und Wegezeiten

 

5. MitarbeiterInnen

Die MitarbeiterInnen von Perspektive, die derzeit im Bereich des Einzelbetreuten Wohnens eingesetzt werden, haben alle jahrelange berufliche Erfahrungen in der ambulanten psychiatrischen Versorgung/Betreuung gesammelt und "kennen sich aus". Gegenwärtig sind bei uns ausschließlich Dipl.-SozialpädagogInnen/-arbeiterInnen und Gesundheits- und Krankenpflegekräfte (jeweils i. d. R. mit weiteren Zusatzqualifikationen) in diesem Arbeitsbereich beschäftigt.

 

6. Der Weg zur Eingliederungshilfe (Einzelbetreutes Wohnen)

Um Unterstützungsleistungen im Rahmen des Einzelbetreuten Wohnens für sich realisieren zu können, sind bestimmte formale Schritte notwendig. Sofern mögliche InteressentInnen dies wünschen, unterstützen die MitarbeiterInnen von Perspektive sie auf diesem Weg "von A-Z", um möglichen Ängsten/Unsicherheiten vor der Antragsbürokratie vorzeitig begegnen zu können.

Folgender "Weg" hat sich bewährt:

  1. Informationsgespräch bei Perspektive vereinbaren (Klärung der Fragen: Was ist Einzelbetreutes Wohnen genau? Kann ich davon profitieren, welche Unterstützungsleistungen sind konkret sinnvoll für mich? Wer finanziert die Maßnahme? etc)
  2. Gespräch beim Sozialpsychiatrischen Dienst (bzw. beim Sozialdienst der Klinik). Im Vorfeld eines notwendigen Gutachtens soll die Frage geklärt werden, ob der/die dort zuständige GutachterIn die Maßnahme "Einzelbetreutes Wohnen" nach Kenntnis der Situation grundsätzlich befürwortet.
  3. (...sofern ein positives Gutachten in Aussicht gestellt ist...) Formale Antragstellung auf Einzelbetreutes Wohnen bei der Steuerungsstelle Kommunale Psychiatrie Bremen bzw. anderen antragsannehmenden Stellen).
  4. Gutachtenerstellung beim Sozialpsychiatrischen Dienst (Hierzu wird ein entsprechendes Gespräch vereinbart, bei dem notwendige Daten erhoben und Ziele/Inhalte der Maßnahme "Einzelbetreutes Wohnen" konkret festgelegt werden.)
  5. Sofern der/die InteressentIn die Kosten der Betreuung nicht aus eigenem Einkommen/Vermögen tragen kann (...dies ist der Regelfall...), wird ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Sozialbehörde gestellt.
  6. Sofern die Kostenübernahme geklärt ist, wird ein Betreuungsvertrag zwischen InteressentIn und Perspektive geschlossen und die Betreuung kann beginnen.

Aufgrund dieses Antragsverfahrens muss mit ca. 2-3 Monaten Wartezeit von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Beginn der Betreuung gerechnet werden.

 

Download PDF-Datei: Konzept Einzel-Betreutes Wohnen

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